Archive for April, 2012

Big in Japan – Sieg beim Strongman

Sonntag, April 15th, 2012

Waido Waido!!! Gambaree! So waren unsere Anfeuerungsrufe beim Strongman (3-155-42,2)! Tja, da ist es geschafft und es war rückblickend einer meiner härtesten Wettkämpfe. Es war heiß und schwül und die Zeit zur Akklimatisation dann doch zu kurz. Bei 34 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit ging es dann am 15. April morgens um 7:00 Uhr los. Das Schwimmen ein Traum im Meer, kaum Wellengang. Bin leider mal wieder sehr spät aus dem Wasser. Ich kam als 10. Frau raus überholte in der langen Wechselzone schon 6 Frauen. Dann kam meine Lieblingsdisziplin: Rad. Da konnte ich dann die Führung nach ca. 25 Minuten erkämpfen und die behielt ich dann auch bis zum Zieleinlauf im Stadion. Das Laufen werde ich so schnell nicht vergessen. Die Versorgungsstände lagen bis zu 3 km auseinander. Das ist bei diesem Hitzerennen definitiv zu lang. Die Laufstrecke war zudem auch noch sehr wellig, was die Stecke unendlich lang machte. Schon zu Beginn bin ich nur Kilometer für Kilometer gelaufen und habe nicht an das gedacht, was noch vor mir liegt. Ich spürte diese Langdistanz auch nach dem Rennen noch gut in den Beinen, aber ich bin überglücklich, eine Langdistanz gewonnen zu haben. Die Japaner verehren uns richtig dafür. Ja richtig gehört “uns”. Denn Verena Walter, meine Vereinskollegin, hat sich den zweiten Platz gesichert. Deutscher Doppelsieg!
 

Zwei Siegerinnen mit Schwarzwaldhütchen

Ganz ehrlich, ich hätte nie mit diesem Ergebnis gerechnet. Zumal ich noch eine Resterkältung hatte. Dank der kreativen Trainingspläne von meinem Trainer Frederik Martin von ProAthletes, konnte ich alle geplanten Einheiten ab Januar umsetzen. Keine einfache Arbeit, wenn die Inhalte bei einer Vollbeschäftigung auch noch an das schlechte Wetter und die schnelle Dunkelheit angepasst werden mussten. An der Stelle noch einmal vielen Dank an dich Freddy. Du hast es mal wieder geschafft: Kopf ausschalten, abtrainieren und das Erfolgsrezept am Raceday umsetzen. 

Vielen Dank auch an meine weiteren sehr wichtigen Sponsoren. Hier insbesondere Sailfish. Der neue Neopren-Anzug ist einfach nur super!!! Die vielen anderen tollen Schwimmfeatures sind auch große klasse und werden in den nächsten Tagen direkt im Training eingesetzt.

Wer jetzt noch etwas Zeit hat, erfährt hier in meinem kompletten Bericht interessante Details meiner 10-tägigen Reise in ein unvergessliches Land:

Big in Japan – Beate Görtz läuft beim Strongman in Japan als erstes über die Ziellinie

Auf Hawaii 2011 lernte ich nach dem Sieg der Weltmeisterschaft aller Amateure Gary Sato kennen, der gute Athleten für eine Langdistanz in Japan rekrutiert. Nach wenigen Wochen war alles unter Dach und Fach. Ich wusste, ich würde bereits im April meine erste Langdistanz bestreiten. Na das sollte ja lustig werden: Die Weihnachtszeit noch genießen! Das Training für eine Langdistanz beginnt im Januar! Erschwert wurden meine Einheiten durch kalte Temperaturen, frühe Dunkelheit und Regen. Aber letztendlich fühlte ich mich nach 12 Wochen, dank der kreativen Trainingseinheiten meines Trainers Frederik Martin von ProAthletes, gut gerüstet für das Rennen. Am 09.04.2012 ging es dann mit weiteren 6 Athleten aus Kanada, USA, Ukraine und Deutschland auf nach Miyakojima, einer sehr schönen Insel im südlichsten Teil Japans.  Strände, Palmen, türkisfarbenes Wasser…..wer denkt da schon an einen Wettkampf???

Bei der Ankunft wurden wir bereits von mehreren Kamerateams erwartet und erste Interviews fanden direkt am Flughafen statt. Der Strongman, 3 km Schwimmen – 155 km Rad – 42,2km Laufen, ist nicht nur ein Wettkampf. Er bedeutet für die Einwohner Miyako alles.  Vor allem nach dem schrecklichen Erdbeben im letzten Jahr, hält man hier an solchen Ereignissen fest und motiviert sich, dass es im Leben immer weiter geht. Die Gastfreundlichkeit und Freude der Menschen ging tief in mein Herz und bewegte mich sehr. Unglaublich wie viel Kraft die Menschen darin investieren, dass es dir als Gast an nichts fehlt. Wir haben Schulen besucht, wo wir mit schönen Tänzen und Vorführungen beehrt wurden. Hierfür haben die Kinder wochenlang geprobt und waren unendlich stolz uns einmal aus der Nähe gesehen zu haben. Auch der Bürgermeister gab uns eine Privataudienz. Ihm hatte ich als Gastgeschenk einen typischen deutschen Bierkrug überreicht, welcher mit großer Freude entgegen genommen wurde. Die Japaner wissen ja, was gut ist (*grins*)

Die 2 Tage vor dem Wettkampf  stattfindende Pastaparty lag jenseits meiner Vorstellungen. Riesige Tische waren gedeckt mit Sushi, Surimi, Maki, Nudeln,  Früchten, Eiscreme, einfach mit allem, was die japanische Kochkunst zu bieten hatte. Nach einigen kulturellen Tänzen und ergreifenden Reden  wurde dann die Schlacht am Buffet eröffnet und 1560 Athleten plünderten die Platten restlos als wenn es kein morgen gibt.

Am 15.April klingelte dann wie gewohnt am Renntag früh um 3:00 Uhr der Wecker und um 7:00 Uhr stand ich mächtig aufgeregt an der Startlinie. Geschwommen wurde trotz warmer 24 Grad Wassertemperatur im Neoprenanzug, was mir schwer zu schaffen machte. Ich hätte ein schickes Überdruckventil gebraucht. Wäre doch eine schöne Erfindung. Nach 48:54 kam ich als 4. aus dem Wasser. Nun kam meine Lieblingsdisziplin auf dem Rad, die Aufholjagd konnte beginnen. Dabei machte mir eigentlich meine vor mir liegende Vereinskollegin Verena Walter, eine sehr gute Triahtletin aus Iserlohn, das Leben schwer. Sie war bereits in 2008 dort und hatte sich sehr gut vorbereitet. Sie machte kräftig Druck auf dem Rad und war in TOP-Form. Letztendlich konnte ich aber die Führung  übernehmen (4:16:12 Std.), was ich dann auch dadurch realisierte, dass mich von nun an ein Auto verfolgte. Zunächst irritiert, vor allem bei meinen immer unter Beobachtung stehenden Toilettengängen am Straßenrand, wusste ich aber dann sicher, dass ich vorne bin und konnte die Führung auch auf der Laufstrecke weiter ausbauen. Lange nicht mehr hat mich ein Lauf so viel Kraft gekostet (3:29:25 Std.). Die sengende Hitze mit 34 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit, machen so einen Wettkampf nicht gerade einfach für den Körper, wenn  man aus dem kalten Deutschland kommt. Dann war diese Strecke auch wider erwarten sehr wellig.

Waido! Waido! Die Zuschauer am Straßenrand, ob jung oder alt, motivierten uns bis über die Ziellinie. Diese befand sich in einem Stadion gefüllt mit vielen Zuschauern. Diese restlichen Meter waren etwas ganz besonderes. Kurz vor dem Ziel wurde ich von Tänzern begleitet. Unser Betreuer nahm mich glücklich aber total erschöpft nach 8:34:31 Std. in die Arme. Nach den zwischenzeitlichen Gedanken „ankommen, du musst nur ankommen, damit die Japaner ihr Gesicht nicht verlieren“, war ich nun Siegerin des 28.Strongman. Verena Walter schaffte dann den deutschen Doppelsieg mit einem verdienten 2. Platz.

Bei den Männern siegt ein weitere Athlet aus unserer Gruppe, Anton Blokhin aus der Ukraine.

Der komplette Wettkampf war live im Fernsehen und auch nach dem Zieleinlauf wurde ich von Reportern erstürmt. Es gibt kaum eine schönere Belohnung, als diese Ehre, die mir dort entgegen gebracht wurde.

Die Awards Ceremony am nächsten Tag brach dann Rekorde. Diese Siegrehrung werde ich in meinem Leben nicht vergessen und war die Schönste, die ich je miterleben durfte. Soviel Geist, soviel Ehre, soviel tiefe Bewunderung, die uns Athleten entgegengebracht wurde, ließ mich traurig darüber werden, dass die unvergessliche und unglaublich schöne  Zeit auf Miyako nun vorbei sein würde.

Letztendlich wurde die Reise noch mit einem spannenden Tag in Tokio abgerundet. Ein Freund lebt seit 3 Jahren dort und zeigte uns Land und Leute. Japan ist uns in vielen Dingen voraus. Ich hoffe, ich kann den Spirit mitnehmen und konservieren. Bei Bier und Karaoke endete die letzte Nacht in den frühen Morgenstunden.

Eine Einladung für 2013 zur Titelverteidigung wurde ausgesprochen. Für mich ist es die größte Ehre, diese Chance zu ergreifen.

Noch einmal „Big in Japan 2013?“

 Aligato go sei maas!

 

 

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Auf geht´s nach Japan zum Strongman

Dienstag, April 3rd, 2012

Endlich tappern!!!! Ein langes und intensives Training liegt nun seit dem 15.01.2012 hinter mir. Dazwischen noch 10 Tage Trainingslager und absolutes Glück mit dem Wetter als es dann hier in Kölle mit dem Training weiter ging. Was habe ich manchmal das ehrliche Wattsystem verflucht oder die ewig langen und harten Intervalle auf der Bahn! Freddy, was läßt du dir da eigentlich immer einfallen? Jetzt wird geerntet und ich kann mich endlich auf Japan freuen. Ich stelle mir oft die Frage, was härter ist, das Training oder der Wettkampf ;-)

Unsere Gastgeber in Miyakojima sind der Wahnsinn. Wir werden bestens informiert, man kümmert sich um uns und für die Japaner ist dieser Wettkampf etwas ganz besonderes nach dem harten Schicksalsschlag. Die Organisatoren sind so herzlich. Wir werden vor Ort den Major kennenlernen und Besuche in verschiedenen Schulklassen stehen auf dem Programm.

Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet und jetzt schon dankbar, dass ich diese wertvolle Reise erleben darf.

Ich habe die besten Sponsoren und drücke euch alle für den tollen Support!

Mir aber bitte auch die Daumen drücken, damit Muskeln, Kopf und vor allem Technik durchhalten. Euch wünsche ich schöne Ostern!!!

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